
Wenn Sie wissen, wie Ihr Chef tickt, dann gestaltet sich die Zusammenarbeit mit ihm umso effektiver. Versuchen Sie herauszufinden, was für ein Typ er ist und was ihm wichtig ist. Je mehr Sie von ihm wissen, desto harmonischer und konfliktfreier funktioniert dann die Zusammenarbeit.
Es gibt jedoch in jedem Unternehmen die immer wiederkehrenden schwierigen Cheftypen. Hier sind zehn klassische Beispiele aus der Chefwelt:
Chaoten
Innerhalb von Sekunden verbreitet er Hektik und Unruhe. Seine Schlagworte sind „Flexibilität", „Spontaneität", „Innovation" und „Geht nicht, gibt's nicht". Der Tag hat für ihn auf jeden Fall mehr als 24 Stunden! Er glaubt, ein Genie beherrsche das Chaos. Sein Schreibtisch gleicht einem Papierhaufen, der gerade mit einem Ventilator aufgewirbelt wurde.
Tipp: Bewahren Sie die Nerven und bleiben Sie gelassen. Oft ist eine Angelegenheit von höchster Priorität, aber am nächsten Tag sieht alles wieder ganz anders aus. Entwickeln Sie ein Gefühl für diese kurzweiligen Euphorien. Eines ist jedoch sicher: Mit diesen Chefs wird es nie langweilig!
Morgenmuffel
Haben Sie eine „Eule" zum Chef? Diese Chefs werden erst später aktiv, dafür dann umso mehr. Sie können bis spät in die Nacht hinein arbeiten. Da ihr Biorhythmus so arbeitet, haben sie morgens chronisch schlechte Laune.
Tipp: Treten Sie nicht gleich am frühen Morgen mit ihm in Kontakt. Sehen Sie es positiv: So können Sie in Ruhe morgens erstmal Ihre Arbeit erledigen. Spätestens mittags sind diese Chefs wieder umgänglich und zu Scherzen aufgelegt. Um Überstunden zu vermeiden, sollten Sie Ihre Arbeitzeit der Ihres Chefs anpassen dafür abends länger im Büro bleiben.
Löwen
In Sekundenschnelle schreit er los, wenn etwas nicht so funktioniert, wie er es sich vorstellt. Es kann sich auch nur um Kleinigkeiten handeln. Als sei in seinem Hirn ein Schalter umgelegt worden, fängt er an zu brüllen und zu toben. Er will in dem Moment eigentlich nur seinen ganzen Frust loswerden. Doch er meint es nicht persönlich -- er kann nur seine Emotionen nicht anders zeigen.
Tipp: Lassen Sie ihn ausbrüllen und lassen Sie sich nicht verunsichern. Setzen Sie ganz klar eine Grenze, indem Sie dieses Verhalten einfach ignorieren und sich nicht auf die gleiche Stufe begeben, denn wer schreit, hat schon verloren. Am besten verlassen Sie sofort den Raum und reden später noch einmal in Ruhe mit ihm. Meistens sind diese Cheftypen ganz liebenswürdige und hilfsbereite Menschen.
Ignoranten
Diese Chefs wissen meist nicht, was ihre Mitarbeiter leisten und wie es ihnen dabei geht. Daher können sie auch nur schwer nachvollziehen, wenn die Mitarbeiter sich beschweren, resignieren oder sogar kündigen. Diese Chefs scheinen in ihrer eigenen (Arbeits-)Welt zu leben, da sie keine Zeit oder Lust haben, sich um ihre Mitarbeiter zu kümmern und sie über Neuigkeiten auf dem Laufenden zu halten.
Tipp: Falls man es mit so einem Chef zu tun hat, muss man hart dafür kämpfen, seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Bleiben Sie am Ball und versuchen Sie so oft wie möglich mit ihm ins Gespräch zu kommen. Haben Sie dies geschafft, können Sie sich einer harmonischen Zusammenarbeit sicher sein.
Entertainer
Das Motto dieses Cheftyps lautet: Tue Gutes und rede drüber! Diese Chefs können ihre Mitarbeiter gut unterhalten, motivieren und ihnen ein „Wir-Gefühl" vermitteln. Jedoch steckt manchmal nur heiße Luft dahinter! Wenn man wirklich einmal auf eine vereinbarte Aussage zurückkommt, kann es sein, dass es dann bei ihm schon wieder ganz anders aussieht. Diese Chefs schätzen Mut und Risikobereitschaft.
Tipp: Stecken Sie selbst voller Tatendrang? Dann ist so ein Chef genau richtig für Sie. Allerdings brauchen Sie starke Nerven. Sollte er in Ihnen eine/n Gleichgesinnte/n finden, fühlt er sich wohl in seiner Haut.
Strategen
Der Stratege gibt gern Anweisungen, trifft Entscheidungen und kontrolliert gern. Er liebt Genauigkeit und stellt hohe Anforderungen an seine Mitarbeiter. Seinen Respekt muss man sich erst einmal hart erarbeiten. Von ihm kann man viel lernen, wenn man genau hinsieht. Meistens ist er noch dazu ein versierter Redner, der manchmal dazu neigt, auch gern über sich zu sprechen.
Tipp: Wenn man mit seiner durchdachten und autoritären Art gut leben kann, hat man den idealen Lehrmeister vor sich. Sehen Sie es als Herausforderung, für ihn zu arbeiten und seinen Ansprüchen gerecht zu werden.
Erbsenzähler
Er liebt Zahlen und Bürokratie, besitzt umfangreiches Fachwissen und hält sich gern an Regeln und Normen. Für ihn steht die Arbeit im Vordergrund und seine Mitarbeiter sieht er als ausführende Organe. In seinem Büro herrscht Ordnung. Diese Chefs fühlen sich in der Buchhaltung pudelwohl, wo sie mit Soll- und Ist-Zahlen jonglieren können.
Tipp: Machen Sie sich bei ihm beliebt und legen ihm aktuelle Gutachten und Hochrechnungen auf den Tisch. Wenn Sie diesem Chef Ihre Leistungen in Zahlen dokumentieren, haben Sie bei ihm ein Stein im Brett.
Bremser
Er scheut Innovationen und ist in seiner Arbeitsweise meist sehr umständlich. Es kommt vor, dass Vorgänge wochenlang auf seinem Schreibtisch liegen bleiben. Somit werden Entscheidungen ständig aufgeschoben, denn es könnte ja noch ein Fehler passieren. „Damit warten wir noch etwas ..." Also kommt am Ende immer ein „Jein" heraus.
Tipp: Bei diesem Cheftyp brauchen Sie keine unangenehmen Überraschungen zu fürchten. Sehen Sie es daher positiv: Ihr Arbeitsalltag verläuft etwas ruhiger!
Softies
Diese Chefs haben meistens kein Rückgrat, wollen keine Verantwortung übernehmen, können nicht delegieren und scheuen Konflikte. Auf der einen Seite ärgern sie sich über ihre Mitarbeiter. Wenn diese dann aber vor ihnen stehen, ist auf einmal aller Ärger ist verflogen. Leider kann man von ihnen selbst auch keinerlei Unterstützung erwarten. Nebenbei hat ein Softie-Chef auch seine liebenswerten Seiten: Er ist freundlich und hat für alle meist ein offenes Ohr -- da ist er bestimmt angenehmer als ein Choleriker!
Tipp: Übernehmen Sie nicht ständig die Verantwortung für ihn, denn er ist die Führungskraft. Er ändert sich nur, wenn er durch die Umstände dadurch gezwungen wird. Machen Sie ihm deutlich, wie wichtig es für Ihre Anerkennung als kompetentes Team ist, dass er die Verantwortung übernimmt.
Undankbare
„Danke" ist für ihn ein Fremdwort. Alles wird von ihm als selbstverständlich angesehen: Die reibungslose Organisation seiner mehrwöchigen Auslandsreise, das Erstellen eine Präsentation in letzter Minute, der perfekte Ablauf einer Konferenz usw. Wenn er nicht kritisiert, kann man das automatisch als Lob anerkennen. Leider ist das Resultat seiner gleichgültigen Art, dass die Mitarbeiter ständig demotiviert sind.
Tipp: Fragen Sie, ob er mit Ihrer Arbeit zufrieden war. Bleiben Sie so lange beharrlich, bis er Ihnen antwortet. Wenn alles in Ordnung ist, zeigen Sie ihm, dass Sie sich darüber freuen. Teilen Sie ihm in einer ruhigen Minute mit, dass ein wenig Motivation gut tut. Somit führen Sie ihn mit kleinen Schritten zur Veränderung seines Verhaltens.
Und, haben Sie Ihren Chef wiedererkannt? Ein wenig sicher schon, denn bei fast jedem Chef handelt es sich um „Misch-Typen", die man nicht fest einordnen kann, da sie von jeder klassischen Charaktereigenschaft etwas mitbringen.
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Über die Autorin
Tanja Bögner wurde 2006 beim LEITZ-Wettbewerb als „Deutschlands beste Sekretärin" ausgezeichnet. Darüber hinaus hält sie Vorträge auf Fachtagungen und veröffentlichte Ihren Berufsratgeber „Traumberuf Sekretärin. Was Sie heute wissen müssen, um erfolgreich zu sein" beim Eichborn Verlag, Frankfurt/Main. Mehr Informationen unter: http://www.tanjaboegner.de